Am 16. April 2026 um 18:00 Uhr fand im Haus der Architekten Dresden die feierliche Eröffnung von zwei Ausstellungen im Rahmen des Landesprogramms "TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen" statt. Das Haus der Architekten befindet sich in einer historischen Villa an der Goetheallee, auf zwei seiner Etagen kann man jetzt beide Ausstellungen sehen.

Die Ausstellungen wurden von der KIW-Gesellschaft e. V. konzipiert und werden 2026 an verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sein. Eine der Ausstellungen trägt den Titel "185. Jahrestag der Einweihung der Semper-Synagoge", die andere heißt "Juden: Germania-Saxonia-Dresden". Beide erzählen die Geschichte der Juden in Deutschland und beleuchten verschiedene Perioden davon.
Diese beiden Ausstellungen unterscheiden sich nicht nur inhaltlich, sondern auch konzeptionell voneinander. Die Ausstellung über die Semper-Synagoge besteht aus 12 Bodenständern (Rollups), auf denen die fast 100-jährige Geschichte dieses architektonischen Bauwerks dargestellt wird. Reich illustrierte Texte erzählen die Geschichte der Synagoge, angefangen von den Vorläufern ihrer Errichtung bis hin zu ihrer tragischen Zerstörung durch die Nazis in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938.

Eine weitere Ausstellung über die Geschichte der Juden in Deutschland, die offiziell 1705 Jahre zurückreicht, besteht aus einer Serie von 26 großformatigen Plakaten. Auf diesen Plakaten wird ebenfalls in chronologischer Reihenfolge kurz und anschaulich in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Russisch – die Geschichte der Juden auf dem Gebiet, das heute als Deutschland bezeichnet wird, erzählt. Zu beiden Ausstellungen sind farbenfrohe Broschüren mit ähnlichem Inhalt erschienen, die den Zuschauern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
An der Vernissage im Haus der Architekten in Blasewitz nahmen etwa 30 Personen teil. Zunächst Die Pianistin Annett Otto und der Klarinettist Gennadi Nepomnischi spielten zur musikalischen Einführung, nachdem hielt ein Begrüßungswort der Präsident der Sächsischen Architektenkammer Herr Andreas Wohlfarth. Nach einer kurzen musikalischen Pause ergriff Konstantin Arkush, Vorsitzender der KIW-Gesellschaft und Projektleiter, das Wort. Er berichtete kurz über die Ausstellungen, über die Arbeit daran und über die Pläne für deren weitere Präsentation.
Nach einer weiteren musikalischen Pause übergab Konstantin Arkush das Wort an Frau Jelena Tanajewa von der Jüdischen Gemeinde Dresden. Ihr Vortrag über die Geschichte der Dresdner Gemeinde dauerte etwa 15 Minuten und wurde mit Applaus begrüßt.
Die Musiker spielten ein weiteres Stück, und damit endete der offizielle Teil des Vernissage-Programms. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die Ausstellungen zu besichtigen und sich auszutauschen. Die Veranstalter sorgten auch für Getränke und leichte Snacks für die Gäste.
Die Ausstellungen werden bis zum 12. Juni im Haus der Architekten zu sehen sein.
Der nächste geplante Veranstaltungsort der Ausstellung "185. Jahrestag der Einweihung der Semper-Synagoge" ist die Heilandskirche in Cotta, wo sie am 17. Juni um 19:30 Uhr feierlich eröffnet wird.
Der Vorstand der KIW-Gesellschaft e. V.